
Der Verkaufsprozess

Der Verkaufsprozess ist der wichtigste Prozess im kapitalistischen Wirtschaftssystem. Dessen Regeln werden global von der WHO und kontinental von der EU und deren Mitgliedsstaaten festgelegt. National regelt es das Wirtschaftsministerium. Länderübergreifend wird der Verkaufsprozess vorallem über die Höhe der Zölle und über die Einhaltung von Vorschriften und Normen bestimmt.
Der Verkaufsprozess wurde mit der rasanten Entwicklung des Internets technologisch und logistisch stark verändert. Gigantische digitale Handelsplattformen wie AMAZON sind entstanden und übernehmen immer größere Anteile des Geschäftes.
Verstärkt wird diese Entwicklung durch die künstliche Intelligenz. Chat GPT beantwortet bereits heute typische Käuferfragen nach den besten Produkten und Händlern in einer relativ hohen Qualität. Kombiniert mit einem Avatar ergibt das einen guten E-Verkäufer, der in vielen Bereichen bereits einem menschlichen Verkäufer deutlich überlegen ist.
Der Verkaufsprozess wurde aber auch durch die immer stärker aufgehende Schere zwischen Arm und Reich stark verändert. Billig-Anbieter wie ALDI, KIK, ACTION und Co. übernehmen in vielen Regionen das Geschäft von den klassischen inhabergeführten Einzelhändlern, die aufgrund des immer stärker wegbrechenden Mittelstandes und des veränderten Kaufverhaltens nicht mehr überleben können.
Noch billiger kommen die chinesischen Internet-Handelsplattformen wie TEMU daher, die ihre Pakete ohne Zoll und MwSt direkt an die Verbraucher in die ganze Welt verschicken.
Die geplante Übernahme der MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com wird den Handel in Europa verändern. JD.com ist einer der führenden Anbieter digitaler Verkaufsprozesse. China erhält somit die Entscheidungsgewalt über die angebotenen Produkte der digitalen Welt und der E-Welt in großen Teilen Europas.
Parallel haben sich eigene chinesische Marken entwickelt. In`s öffentliche Bewusstsein sind besonders die Handelsmarken (Alibaba, TEMU) und die Automobilmarken (BYD, NIO) gelangt.
Eine ganz erstaunliche Entwicklung hat auch die Technologie-Marke Xiaomi hingelegt. Das Unternehmen wurde 2010 von dem Informatiker Lei Jun gegründet. Nahezu zeitgleich kam der GameChanger Bluetooth Low Energy auf den Markt. Es machte aus Einzelprodukte Produktsysteme, bei denen die Einzelprodukte innerhalb des Produktsystems miteinander kommunizieren.
Als chinesischer Smartphone Hersteller hat Xiaomi beste Voraussetzungen um mit der Vielzahl an hervorragenden chinesischen Herstellern von Tablets, Notebooks, Wearables sowie Smart Home, Health Care und Lifestyle Produkten bis hin zu E-Cars das weltweit umfangreichste Produktsystem unter einer Marke aufzubauen. Und im Zentrum steht der Mensch mit dem Smartphone, der das mit der Xiaomi-Software alles steuert.
Dabei ist die Unternehmensstrategie ganz einfach: High-Tech and Low Cost - oder anders ausgedrückt: Das beste Preis/Leistungsverhältnis. Das hat Xiaomi inzwischen zum drittgrößten Smartphone-Hersteller und dessen Gründer zu einem der 100 reichsten Menschen der Welt gemacht.
Xiaomi hat somit bewiesen, daß China inzwischen auch globales Marketing & Sales kann. Das war sicherlich nicht der Plan der westlichen Unternehmen, die damals ihre Produktion nach China verlagerten, um den Profit zu steigern.
Damit beherrscht China nicht nur viele Produktionsprozesse sondern auch immer mehr Verkaufsprozesse - in der digitalen und realen Welt.
Amerikanische und Europäische Unternehmen haben es schwer, da mitzuhalten. Nun kommt Präsident Trump und zieht die Notbremse für die USA. Zölle hoch. Schluß mit der Globalisierung. Zurück in Richtung Nationalisierung mit America first. Gerne auch in Richtung Kontinentalisierung - wenn Kanada zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika wird.
Auch Europa muß sich entscheiden, wie es auf die neue Situation reagiert.