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Die alte Öl-Welt

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Image by Sam Warren

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Öl und Gas werden weltweit überwiegend in Dollar bezahlt. Das stärkt den Dollar und sichert den Wohlstand in den USA. Jeder Liter Öl und jeder Kubikmeter Gas, der weniger verbraucht wird, schwächt Amerikas Position in der Welt. Langfristig braucht die USA riesige Mengen an Ersatzrohstoffen, die in Dollar bezahlt werden, um dem entgegenzuwirken und es braucht wieder mehr eigene Wertschöpfung im Land. Die Strategie mit der das umgesetzt werden soll heißt AMERICA FIRST.

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Spätestens jetzt wird klar: Energie = Geld = Macht

 

Die Führungsmacht der Öl-Welt löst mit AMERICA FIRST in immer mehr Ländern eine AMERICA-LAST-REAKTION aus – selbst bei dessen engsten Verbündeten. Der neu gewählte Präsident der USA – und somit auch der Führer des Westens – verhält sich, als würden für ihn Menschlichkeit, Anstand, Partnerschaften, Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Wissenschaften, Klima, Natur, Demokratie, Verträge, Gesetze, Gerichtsurteile und sogar die Verfassung keine Bedeutung haben. Es entsteht der Eindruck, daß er nur ein Recht akzeptiert. Das Recht des Stärkeren.

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Diese Situation lässt insbesondere die BRICS-Staaten noch enger zusammenrücken und sich noch schneller von den USA abwenden. Das führt vor allem zu einer aufkommenden De-Dollarisierung der Weltwirtschaft, die die bisherige Weltleitwährung immer weiter schwächt.

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Innerhalb des amerikanischen Volkes formiert sich dagegen bisher kein breiter Widerstand. Wenn Widerstand - dann nur bei drohenden steigenden Lebenshaltungskosten. Damit wird das Wertefundament - auf dem die Wertegemeinschaft des WESTENS beruht - in kürzester Zeit zerstört.

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Plötzlich wird das Undenkbare denkbar: Das Ende des WESTENS. In der Babyboomer-Brust ertönt ein innerer Aufschrei: Das kann doch nicht sein – Europa und Amerika gehören doch zusammen. Der Westen ist doch unsere Welt.

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Nun gibt Amerika dem rohstoffarmen Europa den Laufpass. Zu alt. Zu schwach. Zu unattraktiv. Für Amerika sind in Europa nur noch die 450 Millionen Konsumenten, Deutschlands drittgrößte Volkswirtschaft und Grönlands Bodenschätze von Interesse. Der WESTEN zerfällt - wie einst die Sowjetunion. 

 

Der Ukraine-Deal - oder treffender: der Energie- und Rohstoff-Deal - zwischen Trump und Putin wirkt dabei als Zerfallsbeschleuniger. Das rohstoffreiche Russland (inklusive der rohstoffreichen anektierten ukrainischen Gebiete) ist ein natürlicher Verbündeter der USA im Kampf alte Öl-Welt gegen neue E-Welt. Die abgehörten Gespräche zwischen dem amerikanischen und russischen Unterhändler des 28-Punkte-Friedensplans ist ein weiteres Indiz dafür.

 

Vorbei sind die Zeiten als es um das Gute gegen das Böse, Kapitalismus gegen Kommunismus oder Demokratie gegen Autokratie ging, wie wir Babyboomer es ein Leben lang kannten.

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Der deutsche Politiker Wolfgang Bosbach hat mal folgenden Spruch geprägt: "Wer nichts im Boden hat, der muß was in der Birne haben". Der Satz gilt auch umgekehrt. Wer nichts in der Birne hat, muß was im Boden haben. Russlands wirtschaftliche Stärke basiert auf den Energie- und Agrarrohstoffen. Öl, Gas, Kohle, Holz, Metalle und Weizen. Es hat nichts anderes, was andere haben wollen.

 

Mit einer globalen Abkehr von fossilen Energieträgern verliert Russland langfristig auch noch die verbliebene wirtschaftliche Stärke. Mit dem Ukrainekrieg wurde der ganzen Welt bereits der Verlust der militärischen Stärke offenbart. Als größtes Land der Welt bleiben dann nur noch die Agrarprodukte und ein paar weitere Rohstoffe.

 

Das sind keine wirklich guten Zukunftsperspektiven für eine ehemalige Großmacht. Aber genau hier liegt die Lösung für ein friedliches Miteinander in Europa. Zu Beginn seiner Amtszeit hat Putin bereits seinen Arm Richtung Europa ausgestreckt. Diesmal wäre Europa dran, den Arm Richtung Russland auszustrecken. Trump tut es bereits seit einiger Zeit. Vorbei ist die alte Nachkriegs-Strategie der Amerikaner: Die NATO soll die USA in Europa halten, Russland aus Europa halten und die Deutschen unter Kontrolle halten.

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